Saiten

DSC_0026Gemeinsam mit Mathis Schulze, der mit mir zusammen die Schulbank gedrückt hat, und Raschid in Marokko stellen wir Darmsaiten für die frühen Streichinstrumente her. 2006 hat meine Mutter von einer Urlaubsreise Darmsaiten aus Marokko mitgebracht. Sie entdeckte sie auf dem Gimbri, ein traditionelles Zupfinstrument der Gnawa. Seit dem bin ich jährlich dort und arbeite mit Raschid zusammen. Als 2011 dann Mathis dazu kam wurde aus dem Hobby ein Beruf. „Saiten“ weiterlesen

Reisebericht

Auszug eines Reiseberichtes von Niklas. Marokko Februar 2013

(unterwegs mit Raschid, unserem Saitenmacher)

Niklas und ValleMittwoch 27.2. …Oliven, Peperoni, Zwiebeln, Zitrone und Coca Cola und ich will den Vormittag schildern, während die Fische in der Pfanne bruzzeln. Raschid also holte uns in der Früh ab, es war stockfinster, kalt und menschenleer. Wir warteten auf den Bus, in dem es noch kälter war als draußen, weil innen alles mit viel Wasser gesäubert worden war. Mit uns stiegen vielleicht zwölf Männer ein, ganz vermummt fuhren wir in die Nacht, es zog ganz fürchterlich, die Bustüren schlossen nicht richtig. Nach vielleicht 20 Kilometern waren wir am Ziel unserer Reise. Zum Suk als Markt von Idongait (oder so ähnlich). Während eines Markttages wird dort im Schlachthaus geschlachtet… Als wir dort ankamen machte er uns in einer winzigen kleinen Hütte einen Tee, aber es war deutlich, dass er es eilig hatte, obwohl kaum jemand zu sehen war. Als wir dann aber in das Schlachthaus kamen waren die Schlachter mit Lampen, die sie um die Stirn befestigt hatten schon heftig an der Arbeit. Ein gespenstisches Bild. Die Ziegen wurden an den Füßen gefesselt mit dem Rücken nach unten von den Besitzern herein getragen, der Schlächter schnitt ihnen die Kehle durch, legte sie auf den Boden bis sie sich nicht mehr bewegten. Dann wurde das Fell an den Hinterläufen aufgeschnitten, mit den Zähnen eine Sehne herausgeholt und an dieser auf einen Haken gehängt. Mit Messern und den Händen wurden dem Zicklein langsam Stück für Stück das Fell über die Ohren gezogen, der Bauch wurde aufgeschnitten, der Magen entfernt und wenn dann die Innereien zum Vorschein kamen, konnte Rashid in Aktion treten und den Darm herausholen. Bis seine Plastiktonne voll war dauerte es über vier Stunden und viele Zicklein hatten ihr Leben gelassen. Valentin und ich spazierten derweil über den riesigen Markt, staunten über die vielen Esel, die rundherum angepflockt standen… Ausschnitte des Reiseberichtes von Niklas.

aktuelle Veranstaltungen

Hier finden Sie Hinweise über aktuelle Veranstaltungen im Saitenraum von Pure Corde und meiner Werkstatt.

 

Die Schäferei Hullerbusch kommt am 17.12.2016 ab 17 Uhr wieder in unsere Werkstatt um ihre Weihnachslämmer zu verkaufen!

Leider war ich zu spät, und der Termin der Vorbestellungen ist schon vergangen. Es gibt aber Wurst, Felle und Socken der Schäferei.

http://schaeferei-hullerbusch.de/

„aktuelle Veranstaltungen“ weiterlesen

Merkur

Kopf schrägBei dieser 7-saitigen Bassgambe habe ich verschiedene Stilrichtungen miteinander vermischt. Der Wunsch war eine französische Bassgambe mit Verzierungen in der Manier von Tielke mit einem Hermes Kopf.
Da ich vor einiger Zeit die Bertrand Gambe von Paolo Pandolfo vermessen durfte, und diese von der Größe her passte, wurde sie zum Vorbild. Den Merkur gibt es bei Tielke. Und die Verzierungen von Griffbrett und Saitenhalter sind auch im Übermaß bei Tielke zu finden. Für die Umrandung des Corpus und die Rankenmuster auf Griffbrett und Saitenhalter haben wir uns für Elfenbein entschieden. „Merkur“ weiterlesen

Vergleich von Gambe und Violoncell durch le Blanc

le blancHubert le Blanc, Jurist und Liebhaber der Gambe, beobachtet in seinem 1740 erschienenen Werk „VERTEIDIGUNG DER VIOLA DA GAMBA gegen die Angriffe der VIOLINE und die Anmaßung des VIOLONCELLS“ das Ende der Gambenmusik in Frankreich.

Zur Verteidigung ihrer Rechte“ beschreibt er die Vorzüge der Gambe gegenüber die der Instrumente der Geigenfamilie. Durch seine Vergleiche der Gambe zum Cello oder auch der Geige gibt er uns Aufschluss über die Gepflogenheiten von Komposition, Spieltechnik und Instrumentenbau, in Frankreich in den 1730er Jahren. „Vergleich von Gambe und Violoncell durch le Blanc“ weiterlesen

alter Zeitungsartikel

DIE VIOLA DA GAMBA

Auf der Suche nach dem idealen Klang

von Dirk Becker / PNN 2007

Selbst zu musizieren war Valentin Oelmüller früher ein Graus, bis zu einem Praktikum. Danach hatte er nur noch „Gambe im Kopf“

Damals wird Valentin Oelmüller die Hartnäckigkeit seiner Mutter im Stillen vielleicht verflucht haben. Jetzt ist er ihr dankbar. Damals wollte er sich vom Geigenunterricht nicht so recht begeistern lassen. In seiner Ausbildung hat er wieder für drei Jahre angefangen zu spielen. Damals war Musik für ihn immer nur etwas im Hintergrund, heute ist sie seine Passion. Doch der Reihe nach.

In einer Zehlendorfer Großfamilie ist Valentin Oelmüller aufgewachsen. „alter Zeitungsartikel“ weiterlesen

Lacke

[two_columns_one]

Sie dienen dazu, das Instrument vor Feuchtigkeit zu schützen, den Klang positiv zu beeinflussen und das „Feuer“ des Holzes zur Geltung zu bringen.
Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Lack: den Spritlacken und den Öllacken, wobei es bei beiden unzählige Rezepte und Verarbeitungsmethoden gibt.
Die Grundierung hindert den Lack daran in das Holz zu „schießen“, vielmehr muss der Lack lediglich eine hauchdünne Schicht auf der Grundierung bilden.
Er sollte geschmeidig sein, aber keineswegs eine träge Masse bilden, die das Holz am Schwingen hindert.

[/two_columns_one]

[two_columns_one_last]

Es gibt viele Texte, alte Rezepte und Anweisungen für Instrumentenlacke, doch nur durch das Sammeln eigener Erfahrungen kommt man auf die Rezepte, die einem am besten liegen und die für die eigenen Instrumente gut sind.

c84a84daa9
Bernstein

 

 

 

[/two_columns_one_last]

[divider]