Willkommen

Willkommen auf der Internetpräsenz meiner Werkstatt. Ich baue Nachbauten von Gamben und Celli, fertige Bögen an und drehe Saiten.

 

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Valentin Oelmüller
Jägerstr.7 (Zugang über Gutenbergstraße 95)
14467 Potsdam
Germany
++49 (0)331 2730289

 

P10405091976 im damaligen Westberlin geboren und aufgewachsen kam Valentin Oelmüller durch seine Familie frühzeitig in Kontakt mit der sogenannten „Alten Musik“. Doch erst eine Begegnung mit dem Pariser Geigenbaumeister Ingo Muthesius im Rahmen eines Praktikums sollte seine wirkliche Leidenschaft für den Instrumentenbau entfachen. Von nun an beseelt, begann er kurz darauf im Alter von 17 Jahren eine Ausbildung bei Arthur Bay in Heiligenberg am Bodensee. Drei Jahre später – 1996 – legte er im oberbayrischen Städtchen Mittenwald seine Gesellenprüfung ab. Im Anschluß arbeitete er unter Bastian Muthesius in Berlin und kam dort immer wieder in Kontakt mit Streichinstrumenten jenseits der heutzutage etablierten klassischen Bauweise. Neben dieser Tätigkeit sollten es Praktika, wie jene bei Reinhard Fischer in Hamburg sein, die seine Kenntnisse im Barockviolinenbau und dem Bau und der Konstruktion von Gamben schärften und erweiterten. Bedingt durch dieses Schaffen ist Valentin Oelmüller seit 1997 ebenso ein ambitionierter Schüler der Gambe bei Niklas Thrüstedt in Berlin und verfolgt mit hohem Interesse das Musikgeschehen, besonders der „alten Musik“ in seiner Umgebung. Jene dabei gewonnenen Erfahrungen lassen sich in seinen Instrumenten wiederfinden. Valentin Oelmüller ist glücklicher Familienvater, verheiratet und seit einigen Jahren in Potsdams Innenstadt selbstständig tätig.

DSC_6932Meine Gamben sind nach verschiedenen Vorbildern gebaut. Sie zeigen jeweils die Bauweise der Zeit und der Herkunft des Originals. Englische Gamben wie die von J. Rose und H. Jaye haben fünfteilig gebogene Decken, einen nicht so stark geneigten und kürzeren Hals als die der Franzosen. Ihr Klang ist fein und hell, bedingt durch den geringen Druck auf der Decke und der “klaren” Bauweise aus gespaltenen Hölzern.
Die Franzosen mochten den Klang der englischen Gamben. Sie bauten etliche Engländer um: Verlängerten den Hals, und neigten ihn um die erforderliche Steghöhe für die neu erfundene umsponnene “Siebte-Saite” zu erreichen. Durch den stärkeren Deckendruck wurde der klang dunkler.
Viele französische Gambenbauer, wie Colichon und Bertrand behielten die englische Bauweise bei.
Auch Jakob Stainer schreibt in einem Brief, daß er seine Gamben in englischer Manier baut, allerdings konnte er das Schnitzen nicht sein lassen. Seine Gamben haben wenig mit den englischen Gamben zu tun.

Nur die Engländer schwärmen von dem Klang der italienischen Gamben.

Bassgamben variieren so stark in der Größe wie kein anderes Streichinstrument. Die Seitenlänge reicht von ca. 64 cm bis 80 cm bei gleicher Stimmung und Saitenzahl, ein Unterschied von gut 15 cm. Die Anforderungen an die “Bassgambe” sind sehr unterschiedlich, und somit auch ihre Bauart, was Holzverarbeitung, Holzstärken und nicht zuletzt die Saitenstärken betrifft.

Michel Colichon 1691

VO-Karten-7Colichon war einer der ersten Gambenbauer, der Bassgamben mit sieben Saiten gebaut hat. Er arbeitete ende des 17. Jahrhunderts in Paris. Das Klangideal entsprach dem der Engländer. Der reine strahlende Klang der englischen Gamben war gefragt, und somit ihre Bauweise. Die Erfindung der siebten Saite und deren Metallumspinnung veränderte allmählich das Ideal des französischen Klanges in einen wärmeren, dunkleren nicht mehr so strahlenden Klang.VO-Karten-9 Colichon baute in der Manier der Engländer. Seine Decken sind aus gespaltenen gebogenen und erst dann verleimten Brettchen. Und außer dem sehr zierlich ausfallenden Stimmbrettes verwendete er keine weiteren Bodenbalken. Die Köpfe, meist männlich, erinnern an die der englischen Gamben.

Renaissance Gambe

Dies ist ein Versuch eine “vihuela de arco” ins Leben zu rufen.
Inspiriert von den beiden erhaltenen “vihuela de mano” und frühen Abbildungen von Renaissancegamben ist dieses Streichinstrument entstanden.
Der Boden ist aus Eschenholzspänen gewölbt, die Zargen und der Hals aus Elsbeere, Griffbrett aus Stechpalme mit einem Lindenholzkern, Decke aus Fichte geschnitzt mit einer stehen gelassener Mittelrippe, und die Schnecke wieder aus Esche.
Die vier Rosetten sind aus zwei Lagen geschnittenem Ziegenpergament.
Das Instrument hat eine schwingende Saitenlänge von 61 cm und ist in G gestimmt.

vihuela 10

Vihuela 3

vihuela 8

vihuela 9

vihuela 11