In der heutigen Zeit zählen sie unbestreitbar zu den Protagonisten im edlen Club der „klassischen“ Instrumente. Dabei ist ihr heutiges Aussehen vergleichsweise jung. Der Begriff „Vyollon“, hinter dem sich der Name bereits erahnen läßt, tauchte erstmals im Jahre 1523 am Hofe des Herzogs von Savoyen auf.
In Oberitalien, das im 16. Jahrhundert durch die Kultur des Hochrenaissance geprägt wurde, findet die ursprünglich dreisaitige Violine (Viola con tre corde senza tasti) zu ihrer Bauform. Diese Bauform weist jene Stilelemente auf, die das Aussehen und teilweise den Klang heutiger Instrumente bestimmt.
Fortan wurde die Violine, die in Deutschland gemeinhin als Geige bekannt ist, formal nur noch geringfügig modifiziert – immer wieder auf der Suche nach dem „idealen“ Klang.
Im Folgenden sollten Meisterbetriebe auch außerhalb (Italiens) den etablierten „Italienern“ die Stirn bieten. So galt der Klang eines Instrumentes von Jacob Stainer bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nördlich der Alpen vielen als das „Maß der Dinge“.
Doch eine sich wandelnde Aufführungspraxis (größer werdende Säle, Ensembles) und die Rolle des Solisten sorgten im ausgehenden 18. Jahrhundert noch einmal für bauliche und eingreifende klangliche Veränderungen der Violine.
Gerade im Streben nach einem authentischen Klang in der „alten“ europäischen Musik und der damit verbundenen Spielweise tauchten aber in den letzten Jahren die früheren, barocken Varianten wieder häufiger denn je auf den Bühnen der Welt auf.





